Aufbau eines Stechpaddels



Der Griff

Auf einen ergonomisch passenden Griff sollte viel Wert gelegt werden. Immerhin werden Sie Ihn an einem einzigen Paddeltag eventuell mehrere hundert mal während des Paddelschlags durch Deine Hand gleiten lassen. Hierbei solltest Du Dich nicht nach dem optischen Gefallen entscheiden - greife einfach zu und wähle aus, was Deiner Hand schmeichelt. Am Ende des Tages wird Sie es zu schätzen wissen. Bei manchen traditionellen Formen, wird sogar der Schaft als Griffwerkzeug genutzt, hier wird der Schaft zum sogenannten "Northwood"-Griff - breiter und flacher und kann somit seitlich gegriffen werden.


Der Schaft

Hier liegt der Unterschied vor allem im Schaftquerschnitt. Hier gibt es Varianten von rundem Querschnitt, leicht ovalem Querschnitt, stark ovalem Querschnitt. Mit einem ovalen Querschnitt kann man dem Paddel leichter ein zusätzliches Drehmoment mit der Schafthand verleihen, bei Disziplinen wie im Freestyle kann ein runder Querschnitt hilfreich sein, um das Paddel gleichmäßig führen und durch die Hand gleiten und drehen zu können. Grundsätzlich sollte aber die persönliche Vorliebe entscheiden. Daher am besten vorher mal ausprobieren. Auch der Durchmesser des Schaftes sollte auf die Größe der Hände abgestimmt sein, speziell bei Kinderpaddel.


Der Paddelhals

Als Paddelhals bezeichnet man den Bereich, wo der Schaft in das Blatt übergeht. Dies kann ein fließender Übergang sein, wie es bei Holzpaddel gemacht wird, oder ein markanter Übergang wie bei Alupaddel wo der Aluschaft in das Kunststoffblatt gesteckt wird.


Die Blattschulter

Die Blattschulter ist der Bereich wo das Blatt immer breiter wird - vom Paddelhals bis zum Erreichen der ganzen Blattbreite.


Das Blatt

Unterhalb eine Übersicht von 3 gängigen Blattformen und Ihren Abmessungen. Die jeweilige Paddelform hat bevorzugte Einsatzbereiche, aber am besten einmal ausprobieren. Zusätzlich gibt es noch viele traditionelle Paddelkonturen und Mischformen. Über die Ermittlung der passenden Paddellänge findet Ihr eine eigene Rubrik als Grundlage.


Flachwasserpaddel

Wenn Sie die meiste Zeit auf Flachwasser und Seen paddeln, wählen Sie eine Ottertail- oder Beavertail-Blattform. Die Biberschwanzform hat eine abgerundete Paddelspitze und eine leicht verjüngende Breite,  zum zum Paddelhals hin.

Der Otterschwanz hat eine etwas weniger abgerundete Paddelspitze und ist schmaler. Diese langen Blattformen bieten mehr Flex (siehe unten) als Designs mit Kurzen-breiten Blattformen, was das Paddeln auf ausgedehnten Flachwassertouren weniger ermüdend und gelenkschonender machen kann.

Für Leute die gerne Tiere beobachten oder fotografieren wollen empfiehlt sich diese Wahl besonders, da man mit entsprechender Technik die schmalen Blätter annähernd geräuschlos durch das Wasser führen kann.

 

Für Wildwasser bestimmte Paddel haben kürzere und breitere Blätter mit geraden Paddelspitzen (wie Whitecap oder Hammerhead). Diese Designs erleichtert Wildwasserpaddlern schnelle Schläge und Last-Minute-Manöver auch bei geringerer Wassertiefe. Ein gerader Schaft ist für ein Wildwasser-Kanupaddel unerlässlich, da er wichtige Techniken wie eine Paddelstütze viel einfacher macht.

 

Dazwischen gibt es Formen, die sowohl für Flachwasser als auch Wildwasser geeignet, aber für keinen der Bereiche spezialisiert sind wie das Voyageur - beliebt für längere Touren mit Strömung und auch ruhigen Abschnitten.


Die Paddelspitze

Die Paddelspitze bezeichnet das untere Ende des Blattes. Diese Kante ist besonderen Belastungen ausgesetzt. Starke Beanspruchung entsteht beim Abstoßen vom Ufer (was man eigentlich vermeiden sollte) oder bei Grundkontakt in seichten Gewässern. Darum wird bei mir die Spitze mit einem integrierten Splitterschutz verstärkt, auf Wunsch kann diese Kante mit zusätzlich mit einem Rand aus Gußharz geschützt werden, den man auch an der seitlichen Kante verlängern kann.


Der "Flex"

Aluminium- oder Karbonpaddel sind sehr steif und kaum elastisch, was zwar eine direkte Übertragung der Kraft bedeutet aber auch eine schnelle Ermüdung und Kraftverlust nach sich zieht. Holzpaddel bieten hier durch ihre Elastizität den so genannten "Flex" - Bei Belastung biegen sich Schaft und Blatt, federn aber wieder in die Ausgangsposition zurück. So wird übermäßige Energie erst verzögert abgegeben. Paddel mit mehr Flex ermöglichen so kraftsparenderes und Gelenke schonenderes Paddel, bei Wildwasserpaddeln hingegen wir der Flex reduziert eingesetzt, um ein sofortiges einleiten der Manöver zu gewährleisten. Die Intensität dieses Flex kann mit mehreren Faktoren beeinflusst werden:

  • Auswahl der Holzart
  • Materialstärke bei Schaft und Blatt
  • Blattform
  • Schaftquerschnitt
  • Belegung mit Glasfasermatten